Die goldene Stadt

Prag vom Pulverturm gesehen
Prag ist die Hauptstadt der Tschechischen Republik und liegt am Zusammenfluss von Moldau und Beraun. Die Stadt zählt mit ihren rund 1,2 Millionen Einwohnern zu den traditionellen geistigen und kulturellen Zentren des östlichen Mitteleuropa: mit zahlreichen Hoch- und Fachschulen (Gründung der Karls-Universität 1348), Kunstakademien, Bibliotheken und Museen (Nationalgalerie im Hradschin).

Als eine der ältesten, größten und schönsten Städte in Mitteleuropa, die von den Zerstörungen im Zweiten Weltkriege weitgehend verschont geblieben ist, ist sie heute ein touristisches Ziel allerersten Ranges. Seit 1992 zählt die Prager Altstadt zum Welterbe der UNESCO.
Die Baustile in Prag sind sehr vielfältig. Man findet romanische, gotische, Renaissance-, barocke, Rokoko-, klassizistische, Empire-, Jugendstil- und kubistische Gebäude, Kirchen, Türme oder andere Bauwerke und Artefakte.

Am bekanntesten sind sicher die Prager Burg mit dem Veitsdom, die Karlsbrücke und der Altstädter Ring mit Teynkirche, Ungelt, Rathaus und astronomischer Uhr (Orloj). Aber auch die zweite mittelalterliche Burg, der Vyšehrad mit der St. Peter-und-Pauls-Kirche, lohnt einen Besuch. Die Prager Altstadt wird besonders durch ihre alten Häuser, die oft bis in die Romanik und Gotik zurückreichen, ihre zahlreichen Kirchen und romantischen Gassen geprägt. Auf der Kleinseite und in der Hradschin-Stadt dominieren dagegen prächtige Palais aus der Renaissance und dem Barock.

Viele Zeitgenossen dieser phantastischen Stadt einen besonderen Beinamen gegeben, doch der von Kaiser Karl V. ist wohl der bekannteste: Prag, die goldene Stadt.
 

Historischer Hintergrund

Das Attentat vom 27. Mai 1942
Nachdem nach der im Münchner Abkommen von 1938 erzwungenen Abtretung des Sudentenlandes im darauf folgenden Jahr 1939 auch die restliche Tschechoslowakei von deutschen Truppen besetzt worden war, wurde sofort ein „Reichsprotektor“ für Böhmen und Mähren eingesetzt, der auf dem Prager Hradschin residierte. Mit diesem Amt wurde Konstantin von Neurath betraut, der abgesetzte deutsche Außenminister. Neurath nahm seine Aufgabe nach Auffassung von Heydrich und dem SS-Funktionär Karl Hermann Frank nicht mit der nötigen Härte wahr – beide hatten Ambitionen auf Neuraths Posten. Heydrichs Ränkespiel führte zur Absetzung Neuraths und zu seiner gleichzeitigen Ernennung als dessen Nachfolger; gleichzeitig Chef des RSHA. Am 27. September 1941 traf er in Prag ein und führte unverzüglich drakonische Maßnahmen ein. Er entschied auch, dass in Theresienstadt ein Konzentrationslager für die jüdische Bevölkerung Böhmens und Mährens errichtet wurde. Ende 1941 reifte in England der Plan, eine Aufsehen erregende Aktion durchzuführen – ein Attentat auf den verhassten Reichsprotektor. Am Morgen des 27. Mai 1942 wurde dieses Attentat ausgeführt an dessen Folgen Heydrich am 4. Juni verstarb. Hitlers Rachsucht führte anschließend zur Vernichtung des Dorfes Lidice und der Ermordung seiner Bewohner.