Wie ein Blatt im Meer
Der maltesische Archipel - bestehend aus den Inseln Malta, Gozo und Comino - liegt im Herzen des Mittelmeeres, nur etwa 90 km südlich von Sizilien und 230 km von der nordafrikanischen Küste entfernt. Auf Malta gibt es weder Flüsse noch Berge. Die an den Hängen der Hügel in Terrassen angelegten Felder, die durch Mauern voneinander getrennt sind, sind das Charakteristische der Insellandschaft. Maltas tief eingeschnittene Küste hat zahlreiche Häfen, felsige Buchten und Sandstrände.Das Klima ist subtropisch - heiß im Sommer, mild im Winter. Trotz heißer Sommer lassen frische Brisen sowie der ausgleichende Einfluss des Meeres auch bei höheren sommerlichen Temperaturen nie das Gefühl großer Hitze aufkommen. Die Insel ein Eldorado für Blumen- und Pflanzenliebhaber. Einen Wald findet man auf Malta nicht.
Die Bevölkerung Maltas besteht vorwiegend aus Maltesern, mit britischen, italienischen, indischen, syrischen, griechischen und anderen Minderheiten. Die Malteser sind aufgeschlossen, weltoffen, geschäftstüchtig, religiös, gastfreundlich und heiter und lieben die Gesellschaft.
Gozo, die grüne Insel der Nymphe Calypso, im Altertum Ogyga genannt, ist die Kornkammer des maltesischen Archipels. Der für Malta typische Terrassenanbau, vor gut 1.000 Jahren von den Arabern begonnen, ist hier besonders ausgeprägt.
Noch ruhiger ist es auf Comino, der mit 2,7 qkm kleinsten Insel des maltesischen Archipels. Hier leben nur noch ein paar Bauern, und kein Auto und keine sonstigen Betriebsamkeiten stören den Frieden. Es gibt auch nur ein einziges Hotel direkt am Strand.
Historischer Hintergrund
Auf den Inseln der Republik Malta finden sich Spuren einer Jahrtausend alten Geschichte. Sie reichen von den ersten monumentalen steinzeitlichen Tempelanlagen über römische Gräber und Katakomben bis zu den Wehranlagen des Malteserordens. Malta stand unter dem Einfluss vieler Kulturen. Im Laufe der Jahrhunderte beherrschten Phönizier, Griechen und Römer die Insel. Im 9. Jahrhundert, als die Inseln zum Byzantinischen Reich gehörten, wurde die Inselgruppe von den Arabern erobert. Im 11. Jahrhundert gingen die Inseln an Sizilien und 1282 an Spanien. 1530 gab der spanische König die Inseln an den Johanniterorden, dessen katholischer Zweig heute als Malteserorden firmiert. Der Orden des heiligen Johannes zu Jerusalem zu Rhodos und zu Malta erlangte unsterblichen militärischen Rum, als sie sich während der Großen Belagerung von 1565 erfolgreich gegen osmanische Angriffe Süleymans I. wehrten. Später, 1566, wurde die Festungsstadt Valletta (benannt nach dem Großmeister Jean Parisot de la Valette) gegründet.Nach der Besetzung durch Napoleon im Jahre 1798 übernahmen die Engländer 1800 Malta als Kolonie und prägten so die Kultur des heutigen Malta maßgeblich. Zuletzt spielte Malta im Zweiten Weltkrieg eine bedeutende Rolle, als es zu heftigen Kämpfen um den strategisch wichtigen Hafen und die Flugplätze kam, von dem aus der Nachschub des deutschen Afrikakorps fast lahm gelegt wurde.
Die Bevölkerung der Insel erhielt dafür 1942 vom englischen König das Georgskreuz verliehen, das auch auf der Staatsflagge gezeigt wird. 1947 wurde dem Land die Selbstverwaltung als parlamentarische Demokratie gewährt. 1964 erhielt Malta die volle Unabhängigkeit von Großbritannien. 1974 deklarierte Malta sich als Republik. 2004 trat Malta der Europäischen Union bei.


