Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts

Der Leuchtturm von Verdun
Der 1. Weltkrieg, oder The Great War – Der Große Krieg wie ihn die Alliierten nannten und auch heute so nennen - sollte das Ende aller Kriege werden. So dachte zumindest eine überwältigend große Mehrheit auf beiden Seiten der Fronten. Doch was blieb war die Erinnerung an ein sinnloses Schlachten, verwüstete Landschaften und verlorene Jahre. Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.

Städte wie Ypren, Vimy, Albert oder Verdun sind auch heute noch, 88 Jahre nach Waffenstillstand, Orte, denen man mit Respekt und Erinnerung begegnet. Und selbst nach 88 Jahren hat sich das Schlachtfeld kaum verändert, hat die Natur noch immer nicht die Vergewaltigung der Artillerie und des Minenkrieges verziehen.

Die fünftägige Reise an die Brennpunkte des Krieges 1914 – 1918 rollt chronologisch und geografisch die Westfront von Nord nach Süd auf. Von den schlamm- und blutgetränkten Schlachtfeldern Flanderns, über die Höhen von Vimy, dem Geburtsort einer ganzen Nation, zur Somme und zu guter letzt nach Verdun, dem Symbol des deutschen Nachkriegstraumas.
 

Historischer Hintergrund dieser Reise

Fort Vaux unter Beschuß
Als nach Jahren gegenseitiger imperialistischer Politik, die von Rivalität, Bündnissen, Aufrüstung und Krisen gekennzeichnet war, bedurfte es nur eines Funken, um das Pulverfass in die Luft zu jagen. Dieser Funke war die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Frau durch einen serbischen Attentäter am 28. Juni 1914. Bereits am 1. August rollten die ersten Truppentransporte aller Kriegs teilnehmender Staaten an die Fronten.

Nachdem die Deutschen an der Marne ihren Rückzug angetreten hatten, entwickelte sich ein Wettlauf zum Meer, um die wichtigen Kanalhäfen zu sichern. Einerseits zur Sicherung des Nachschubs auf alliierter Seite, andererseits zur Einnahme wichtiger Häfen für die deutsche Marine, insbesondere ihrer U-Boote.

Aus diesem Wettlauf resultierten die ersten beiden Flandernschlachten um Ypern im Oktober und November, die den Deutschen den Durchbruch zu den französischen Kanalhäfen verwehrte. Damit begann der Stellungskrieg, der Millionen Soldaten das Leben kosten sollte.
1916 entschloss sich der Chef des Generalstabes von Falkenhayn zur „Operation Gericht“, die Frankreichs Armeen ausbluten sollte. Doch daraus sollte nichts werden. Bereits nach wenigen Wochen war klar, dass die Verluste der Franzosen denen der Deutschen in keiner Weise nachstanden.

Am 1. Juli 1916 begann die Offensive der Briten an der Somme, die nach ähnlichem Muster wie bei Verdun das deutsche Heer ermüden und zu einem Durchbruch führen sollte. Auch daraus wurde nichts, da die Briten ungeheure Verluste erlitten und an keiner Stelle einen nennenswerten Einbruch in das deutsche Grabensystem gelang.

1917 begann die Offensive bei Arras, die den Kanadiern einen eigenen Frontabschnitt bei Vimy zuwies. Zum ersten Mal sollten die schon bei Ypern und an der Somme bewährten kanadischen Verbände einheitlich unter eigenem Kommando antreten und die als uneinnehmbare Stellung auf dem Höhenzug von Vimy erobern. Dank exzellenten Trainings und einer überraschenden Vielzahl an technischen und taktischen Neuerungen gelang ihnen dieses Meisterstück nach nur wenigen Tagen.